„Entwicklungskrisen gehören zur Reifung. Sie zeigen an, dass ein Entfaltungsprozess im Gange ist. Sie führen zu einer Wende im Daseinsgang und bewirken eine neue Phase in der Selbstwerdung. Sie sind Ausdruck des Ringens um die Bewältigung einer neuen Entwicklungsaufgabe. In ihrer Erscheinungsform können sie selbstbedrohlich bis existenziell erschütternd sein. Ihre Dauer und ihr Ausgang sind vorerst noch unbestimmt, die Zukunftsperspektive scheint abgeschnitten... Sie gehören zum Lebenslauf, und sie zeigen an, dass Neues im Aufbrechen ist, ein Wendepunkt erreicht ist. Neues ist nur erreichbar durch Verzicht auf Altes...“(Zöllner, Ulrike: Dem eigenen Leben Gestalt geben – Zürich: Kreuzverlag 1996 / S. 21 )


„ Das Dasein, sagt man, ist nur erträglich, wenn man einen Grund zum Leben hat, wenn es ein Ziel gibt, für das sich zu Leben lohnt. Wenn wir also keinen Lebenszweck als uns selber haben, drängt sich uns immer wieder die Vorstellung auf, dass alle Wege schließlich ins Nichts führen, da wir ja dahin zurückkehren“ ( Dirkheim 1973,234)

„ Einengung der Phantasie, der Gefühle und der Antriebskräfte: Mechanismen der Gegenregulation versagen, während sich das Individuum in Angst, Verzweifelung und Panik oder auch in eine unheimliche Ruhe hineinsteigert. Absoluter Pessimismus ist die Folge und führt in seiner übermäßigen Tendenz zum Suizid. Die dynamische Einengung ist immer auch ein gefühlsmäßiger Vorgang, der nicht allein durch Überlegung freigesetzt wird. Einsamkeit, Isolation und das Gefühl des Verlassenseins: Die totale Isolation mit dem Fehlen jeglicher Kontakte zur Umwelt, zahlenmäßiger Rückgang zwischenmenschlicher Beziehung, auch Entwertung vorhandener Beziehungen durch Verlust der echten Verbundenheit, mangelnde Beziehung zu Werten (Entwertung vieler Lebensgebiete), verbunden mit zunehmender Interesselosigkeit und Gleichgültigkeit.“